Hello Hasselblad X1D – Goodbye Leica

2018.01.05

Jetzt fragt sich jeder, ob Mittelformat und Street Photography zusammenpassen? “Yes, …they do!”. Ich mag Gesichter und der Workshop mit Eric Kim hat mich bestärkt diese Richtung einzuschlagen. Und deshalb sage ich “Hello Hasselblad X1D – Goodbye Leica”. Ich mache eher Street Portraits und weniger Street im Allgemeinen. Da ist die X1D der richtige Schritt nach vorne. Aber zurück zur Kamera. Die Verarbeitung und Haptik ist nobelpreisverdächtig. Kein Wunder, kommt ja auch aus Schweden. Das Gehäuse liegt so dermaßen gut in der Hand, dass man noch nicht einmal eine Griffschlaufe braucht. Die Hasselblad X1D kommt mit GPS und WLAN. Das nenne ich mal zeitgemäß.

Der erste Eindruck…

Die Größe und das Gewicht der Hasselblad X1D ist für eine Kamera mit Mittelformat sensationell. Kleiner als die Fuji-Mittelformat und etwa genauso groß wie eine Leica SL. Das ist eine Mittelformat-Kamera im Kleinbildgehäuse. Besser geht’s wirklich nicht. Seit ich auf der Photokina 2016 war und die Leica SL und die Hasselblad X1D in der Hand hatte, war die Entscheidung klar: Eines Tages wird’s die X1D. Egal was die anderen sagen. Damit zu fotografieren bedeutet allerdings schon einiges an Umstellung. So ist zum Beispiel der elektronische Viewfinder für einen Brillenträger eine echte Herausforderung. Der springt nur dann an, wenn die Augenmuschel zu einem bestimmten Grad verdunkelt ist. Logisch, aber eine echte Umstellung, wenn man sieben Jahre lang eine Leica M verwendet hat. Auf die Situation für Brillenträger wird meines Wissens nach nie eingegangen. Möchte man Fotos in Bodennähe machen, wäre ein schwenkbares Display oder ein änderbarer Sucher echt sinnvoll und wünschenswert.

Das Innenleben…

Der Autofokus der X1D ist bestimmt nicht der schnellste auf der Straße, aber brauchbar. Früher habe ich auch die eine oder andere interessante Szene nicht in die Kiste bekommen, weil ich zu schlecht fokussiert hatte. Das hat sich dann zum Schluss mit Zonen-Fokussierung gebessert. Das wird auf jeden Fall noch eine Herausforderung. Die Batterie ist ein Thema für sich. Ich hoffe, dass mein Street-Kumpel Recht hat und nach 5 bis 6 mal Aufladen die Qualität des Akkus besser wird. Am ersten Tag hatte ich zirka hundert Fotos gemacht und mein Akkus war auf 50% Prozent runten. Was macht man da? Antwort: Live View aus, Helligkeit des Monitors auf Minimum. Keine Bilder unterwegs anschauen.

Die Fotos…

Jetzt mal zu den Fotos und hierzu auch nur ein Wort: Unglaublich! Selbst ich als Laie kann die Qualität des Dynamikumfangs sehen. Jetzt muss noch noch die Bildkomposition stimmen. Was ich nach der kurzen Zeit festgestellt habe ist, dass ein Portrait-Shoot aus der Hand im Mittelformat nicht länger als 1/320 Sekunde sien sollte. Ansonsten gibt es Mikroverwacklungen. Naja, meine Lernkurve hat gerade erst begonnen. Die Hasselblad muss man selbst einmal ausprobieren. Da bringen Unboxing-Videos von YouTubern, die die X1D für ein Wochenende haben und sie dann wieder zurück schicken gar nix. Sehr zweifelhaft. Von nun an gibt’s nur noch Hasselblad-Fotos auf meiner Seite und das finde ich geil.

Adieu Leica

…schau’ma mal 😉

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