Meine erste Leica ist wieder da…

2021.06.04

Etwas schräg ist das schon, …aber ich muss das hier mal los werden. Ich fotografiere inzwischen mit einer SL2. Allerdings ist eine Leica M9P doch schon eine eigene Welt. Aber von vorne: ich habe im Mai 2011 mit einer Leica M9P angefangen zu fotografieren. Okay, davor auch schon, aber eher mit diesen Boliden im Vollformat. Mein Objekt der Begierde war eine Leica M9. Das Ding war dann fünf Jahre lang zwei- bis dreimal pro Jahr in Asien. Von Seoul und dem Dach des Towers von Kuala Lumpur bis hin zu den Vietkong-Tunneln im Mekong-Delta hat die inzwischen zur M9P aufgemotzten Leica alles mitgemacht. Nach den 250 Meter langen Tunneln war nicht nur die Kamera klitschnass. Später habe ich dann noch von einer Thaibox-Meisterschaft in Bangkok über 1400 Aufnahmen gemacht. Einzelaufnahmen wohlgemerkt. Fünf Jahre später, also 2016, habe ich die Leica an einen Kollegen verkauft um eine M240 zu finanzieren.

Ein alter Kollege…

Der kontaktierte mich im Mai 2021 und fragte, ob ich die Kamera wieder zurück kaufen wolle? Ihr merkt, die Geschichte wird langsam filmreif. Also nannte ich ihm meinen Preis. Einer muss ja anfangen. Naja, …die Mitteleuropäer können einfach nicht handeln. Und Leute von der Küste erst recht nicht. Kurzum der Preis war zu hoch und das Thema war erst mal beendet. Mein zu diesem Zeitpunkt scheinbar nicht so überzeugendes Argument war folgendes: „Überleg mal. Wenn wir die Differenz von An- und Verkauf nehmen hast du die letzten fünf Jahre für drei Euro pro Monat eine Menge Spaß gehabt.“ Das Argument zog nicht und er wollte sich noch mal in der Bucht umschauen.

Übrigens, letztens habe ich mein MacBook an einen nigerianischen Kollegen verkauft. Eine halbe Stunde lang durfte ich mir alle drei Minuten anhören: „Du ruinierst mich! Ich habe drei Kinder. Meine Frau reißt mir den Kopf ab. Meine Töchter wünschen sich ein Brüderchen. Das kann ich jetzt vergessen.“ Also der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt und es hat Spaß gemacht. Wir haben uns dann auf einen fairen Preis geeinigt. Zurück zur Leica. In der letzten Woche vom Mai 2021 bekam ich eine schlichte Nachricht, die aus fünf Zeichen bestand. Zum Glück war das letzte Zeichen ein Fragezeichen und keine weitere Null. Sehr norddeutsche Anfrage dachte ich und war super happy. Meine Antwort war ebenfalls spontan: „IBAN?“. Und damit war der Deal perfekt. Ich wollte auch gar nicht wissen wie die Kamera aussieht. Hauptsache wieder zurück zu Papa.

Als wenn die M9 nie weg war…

Ich war überrascht wie super das Gehäuse noch aussah. Das ganze im Original-Karton, mit allen Papieren und sogar einem zweiten Akku. Genau zehn Jahre später hab ich sie also wiederbekommen. Das erste was ich gemacht habe war, den Karton zu entsorgen. Eins steht auf jeden Fall fest: Diese Leica wird definitiv nicht mehr verkauft. Dafür sind doch zu viele Erinnerungen damit verbundenen. Übrigens funktioniert der Sensor immer noch einwandfrei. Dennoch schwebt das Thema wie das Schwert des Damocles über der Kamera. Egal, …es macht auf jeden Fall Riesenspass damit wieder zu fotografieren. Bei Meister Camera schau ich trotzdem noch vorbei und lass das Gehäuse mal ordentlich durchpusten. Sie hat’s auch echt verdient.


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